Frauenhygiene

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Die Intimpflege bei der Frau


Diese Information soll einige Hinweise und Tipps geben, um sexuell übertragbare Infektionen (STI) sowie weitere Infektionen und Erkrankungen zu vermeiden.

STI sind in der Regel sehr leicht übertragbar. Einige STI können durch Beobachtung von Veränderungen oder Beschwerden, andere nur durch gezielte Untersuchung erkannt werden.

Für die richtige Diagnose und Therapie ist eine medizinische Beratung und Untersuchung notwendig.

Die Gesundheitsämter in NRW bieten anonyme und kostenfreie Beratungen an. Bitte erkundigen Sie sich vor Ort, ob auch Untersuchungen und Behandlungen möglich sind und ob Kosten entstehen.

Reinigung


Übertriebene, aber auch zu wenig Hygiene kann zu Scheideninfektionen und allergischen Reaktionen führen.

Zu häufiges Waschen schwächt den natürlichen Abwehrmechanismus der Haut.

Parfümierte Seifen und Badezusätze greifen den Säureschutzmantel der Haut an. Für die Reinigung des äußeren Intimbereichs ist warmes Wasser ausreichend. Wenn über-haupt, sollten Frauen eine Waschlotion im niedrigen (sauren) pH-Bereich (pH 3,5 - 4,5) verwenden.

Sinnvoll ist die Verwendung von Einmalwaschlappen.

Intimsprays, Feuchttücher und deodorierende Slipeinlagen reizen die Haut und können zu allergischen Reaktionen/Entzündungen führen.

Scheidenspülungen sind zu keiner Zeit eine gute Idee.

Menstruation


Auch während der Periode reicht klares Wasser zur Reinigung des Intimbereichs aus.

Binden fangen das Blut außerhalb des Körpers auf. Sie sollten generell nicht synthetisch umhüllt sein, um der Vermehrung von Keimen vorzubeugen. Tampons und Soft-Tampons werden in der Scheide angewandt. Um Infektionen zu vermeiden, müssen sie spätestens nach 6 bis 8 Stunden gewechselt werden.

Vor dem Einführen von Menstruationshygienemitteln in die Scheide sind die Hände gründlich mit Seife zu waschen.

Soft-Tampons sind nach Anleitung anzuwenden. Wegen der Infektionsgefahr dürfen sie nicht mehrmals verwendet und ausgewaschen werden. Keinesfalls dürfen Soft-Tampons zerschnitten werden, da sie ansonsten unerreichbar tief in die Scheide rutschen können. Sollten sie dennoch verrutschen, ist eine schnelle Entfernung beim Arzt zur Vermeidung schwerer gesundheitlicher Probleme notwendig.

Bei vaginalen Infektionen und geringer Blutungsstärke sollten ausschließlich Binden verwendet werden.

Krankheiten/Infektionen


Ein heller bis weißlicher Ausfluss ist normal und nicht unbedingt ein Anzeichen für eine Infektion.

Bei Veränderung der Farbe (gelblich, grünlich), des Geruchs (fischig) oder der Beschaffenheit (krümelig, schaumig) ist es wichtig, ärztlichen Rat einzuholen. Von einer Selbstbehandlung ist abzuraten.

Unterwäsche/Slipeinlagen


Die täglich zu wechselnde Unterwäsche sollte bei 60°C waschbar sein und einen hohen Anteil an Naturfasern enthalten, um Schweiß aufzunehmen, die Haut atmen zu lassen und Infektionen vorzubeugen.

Unterwäsche aus Kunststofffasern führt zur Bildung einer „feuchten Kammer“, die die Ausbreitung von Keimen fördert. Slipeinlagen mit Kunststoffunterseite haben einen ähnlichen Effekt.

String- und Spitzentangas sind ein ständiger Reiz für die empfindliche Haut und sollten nur in Ausnahmefällen getragen werden. Bei akuten Infektionen ist davon abzuraten.

Weitere Tipps


Nach dem Toilettengang von „vorne“ nach „hinten“ reinigen; so lässt sich das Verschleppen von Darmkeimen in den Scheidenbereich vermindern.

Bei Einnahme von Antibiotika können vorsorglich spezielle Scheidenzäpfchen mit Lactobazillen (Apotheke) benutzt werden, um einer Pilzinfektion vorzubeugen.

Intimrasur


Für viele Frauen gehört das Rasieren der Schamhaare zur täglichen Pflege. Wichtig ist, bei der Nassrasur eine saubere, scharfe Klinge zu verwenden. Trockenrasur und Enthaarungsgels reizen die Haarwurzeln und können dadurch zu Entzündungen führen.

Intim-Piercings


Intim-Piercings können sich entzünden, wenn sie unter unhygienischen Umständen gestochen oder anschließend nicht richtig gereinigt und desinfiziert werden. Die Wahl eines seriösen Piercing-Studios und das exakte Einhalten der Pflege-/Desinfektions-Anleitung kann das Infektionsrisiko gering halten.

Auch später bedürfen Intim-Piercings ständiger Beobachtung und Pflege. Rötungen, Schwellungen und Schmerzen müssen ärztlich abgeklärt werden.

Gut zu wissen


Die AIDS-/STI-Beratungsstellen der Gesundheitsämter in NRW bieten anonyme und kostenlose Beratung zu allen sexuell übertragbaren Infektionen an.